REBECCA SOMMER: “Kein Kopftuch in Schulen, welche Kultur wird vermittelt?”/ Refugee Teachers Program

FsH Mitstreiterin Rebecca Sommer

Zur Radiosendung: hier

Auzug aus dem Radiobeitrag:

Kopftuch – ja oder nein?

Wäre die Begeisterung für die arabische Assistenzlehrerin auch so groß, wenn sie ein Kopftuch trüge? Solveig Reichardt und Schulleiterin Ines Tesch antworten beide mit einem klaren “Ja”. Auch die Landesregierung will geflüchteten Lehrerinnen das Kopftuchtragen im Unterricht nicht verbieten. Ein Verstoß gegen die Neutralitätspflicht von Schulen läge erst vor, wenn eine Lehrerin zum Beispiel verbal für den Islam werben würde. Für Rebecca Sommer, Leiterin der Arbeitsgruppe Flucht und Menschenrechte in Berlin, wird damit vernachlässigt, welchen Einfluss Lehrerinnen auch indirekt ausüben.

“Eine Lehrerin mit Kopftuch ist wie ein stummes, aber beredetes Zeichen, dass die islamischen Normen Geltung haben für sie. Wollen wir diese Form von Weltanschauung, wo man die Evolutionsgeschichte komplett in Frage stellt? Wo eigentlich alles, was der Koran sagt, höher gestellt ist als alles Wissenschaftliche? Wollen wir das wirklich als Lehrer? Wie gehe ich darauf ein, wenn diese Lehrerin so religiös ist, dass sie zum Beispiel eben auch keinem Mann die Hand geben würde?”

Bislang wirbt die Universität Potsdam auf ihrer Homepage für das “Refugee Teachers Program” auch mit Fotos, auf denen Frauen Kopftuch tragen. Nach Ansicht von Rebecca Sommer weckt dies nicht nur falsche Anreize, sondern eventuell auch falsche Hoffnungen. Tatsächlich wurde einer Absolventin des Programms bei einem Vorstellungsgespräch eröffnet, dass sie nur ohne Kopftuch unterrichten dürfe. Frank Quella vom Schulamt Brandenburg an der Havel erklärt: Dies sei ein Ausnahmefall. Die betreffende Schule liege in einer Brennpunktregion:

“Also im Prinzip müssen wir gucken in dieser Brennpunktregion hier in Potsdam, wo sehr weit rechts gewählt worden ist, die Lehrkraft vor eventuellen Übergriffen zu schützen. So dass wir da nach Alternativen gucken müssen.”

Mit seinem Pilotprojekt kann das Land Brandenburg Weichen stellen. Insbesondere, da es seit einem halben Jahr zwei Nachahmer-Projekte an den Universitäten Bielefeld und Göttingen gibt. Im nächsten Jahr wird entschieden, welche Assistenzlehrkräfte fest an Schulen übernommen werden. Hend Al Khabbaz würde sich über eine feste Stelle freuen. Sie überlegt, noch ihr deutsches Staatsexamen zu machen. Wie es danach weitergeht, steht für sie in den Sternen.

“Das ist nicht klar, was passiert in Zukunft. Syrien hat einen Krieg. Ich habe keine Ahnung, wie das zu Ende in unserem Land. So bleibe ich hier, solange ich kann bleiben.”

Zum Artikel hier

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