Zana Ramadani’s neues BUCH “Sexismus. Über Männer, Macht und #Frauen” und Richtigstellung Shitstorm – Gauck

Zana Ramadani neues Buch, und ein shitstrom wegen angeblicher Sexismus-Vorwürfe gegen ehemaligen Bundespräsidenten. Wie dieser shitstorm zustande kam, darauf geht Zana Ramadani in ihrer Richtigstellung (weiter unten) ein.

Zum Buch: HIER

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RICHTIGSTELLUNG UND HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZU:
SEXISMUS-VORWÜRFE GEGEN EX-BUNDESPRÄSIDENT GAUCK

Nach den Tagen heftigster Anfeindungen und Beschuldigungen, die allesamt gegen meine Person und mein Wirken gerichtet waren, sehe ich mich nun gezwungen, Licht ins Dunkle der „Causa Gauck“ zu bringen.
Am gleichen Tag der Vorstellung meines zweiten Buches „SEXISMUS – Über Männer, Macht und #Frauen“ (28. Februar 2018) erschien der „Berliner Kurier“ mit dem Titel:
„JOACHIM GAUCK – Sexismus-Vorwürfe gegen ehemaligen Bundespräsidenten“.

Berliner Kurier-Redakteur hatte – wie in solchen Fällen üblich und wie es auch mit weiteren Journalisten aus den Print-, Radio- und TV-Bereich geschehen ist – mit mir ein Treffen, in diesem Fall ein Vorgespräch für eine mögliche Berichterstattung.

In diesem Gespräch befragte der Redakteur mich expliziert zu meinen Schilderungen meiner Begegnungen mit Herrn Gauck. Mehrfach wurde dabei von ihm in unterschiedlicher Form die Frage gestellt, ob ich Herrn Gauck Sexismus vorwerfe, ob ich sexistisch belästigt worden sei. Mehrfach verneinte ich dies entschieden. Ich hatte das Gefühl, dass mein Gegenüber in Vertretung für den Berliner Kurier darauf aus war, unbedingt eine Sexismus-Vorwurf-Geschichte liefern zu können. Damit konnte und wollte ich nicht dienen.

Seltsam kam mir vor, dass der Berliner Kurier-Redakteur keine Notizen machte. Am Ende des Gespräches verblieben wir, dass mögliche Zitate aus einem Gedächtnisprotokoll mir zur Freigabe vorgelegt werden müssen. Diese hätten im Kern natürlich meine Erklärung zu dem Gauck-Treffen, wie sie übrigens auf Seite 10 meines Buches nachzulesen ist, beinhalten müssen.

Eine Rückmeldung gab es jedoch nicht, so ging ich davon aus, dass der Berliner Kurier nicht über das Buch berichten wird – oder sich aus dem Buch nach bestem Wissen und Gewissen, gemäß der gebotenen journalistischen Sorgfaltspflicht, bedienen wird.

Damit möchte ich feststellen:
Dem Berliner Kurier ist es gelungen, eine reißerische Geschichte in Umlauf zu bringen, indem

1 meine Einordnung der Begegnung im Buch einfach ignoriert wurde
2 meine Aussagen im persönlichen Gespräch mit dem „Berliner Kurier“-Redakteur,

dass ich eben keinen Vorwurf irgendwelcher Art gegen Herrn Gauck erhoben habe oder erheben werde, einfach nicht berücksichtigt wurden

Interessant ist auch, dass der von Herrn Gauck beauftragte Medienanwalt gegenüber der Presse zu (u.a.) folgender Bewertung kam:
„(…) Ebenso wirft sie ihm bei genauer Lektüre des Textes gerade nicht vor, sie unsittlich berührt zu haben.“

Dies ist im am selben Tag (28. Februar 2018) erschienen Artikel über mein Buch in der „Berliner Zeitung“ (auch online) nachlesbar. Interessant: Diese Passage in der Stellungnahme des Anwaltes lässt der „Berliner Kurier“ – ihnen lag diese ebenfalls vor – weg. Der Grund, ganz einfach: Diese Einschätzung des Gauck-Anwaltes hätte die falsche Schlagzeile des „Berliner Kurier“ ad absurdum geführt.

Die „Berliner Zeitung“ richtete den Interview-Focus ebenfalls zunächst auf die von mir im Buch geschilderte Gauck-Begegnung. Bemerkenswert, wie hier beim direkten Vergleich der Berichterstattungen zwischen „Berliner Kurier“ und
Berliner Zeitung“ unsaubere und saubere journalistische Arbeit deutlich werden:

Berliner Kurier“:
„JOACHIM GAUCK – Sexismus-Vorwürfe gegen ehemaligen Bundespräsidenten“

Berliner Zeitung“:
Zana Ramadani über #MeToo und Gauck – „Frauen können sich wehren“

Auch die Berliner Zeitung hat mich natürlich zur „Causa Gauck“ befragt. Meine Antworten, auch wenn sie jede reißerische Zeilen-Absicht zunichte machen mussten, wurden korrekt veröffentlicht:
Frau Ramadani, Sie beginnen Ihr Buch mit einer Szene aus dem Schloss Bellevue, in dem Sie eine Begegnung mit dem damaligen Bundespräsidenten beschreiben. Sie nennen Gauck einen „Gentleman“, aber auch einen „Grabscher“. Warum machen Sie das jetzt öffentlich?

Ich hätte damals direkt aus dem Schloss twittern können, wie das manche der Netz-Feministinnen und Politikerinnen machen: Schockstarre! Sexismus! Das habe ich aber nicht gemacht. Ich bin Gauck nicht böse, er wollte mich nicht diskriminieren. Ich habe ihm mit meiner Arbeit als ehemalige Femen-Aktivistin, die ihre Brüste in der Öffentlichkeit blankzieht, ja auch eine Steilvorlage geliefert.

Man kann Ihnen vorwerfen, den früheren Bundespräsidenten zu benutzen, um Ihr Buch besser zu verkaufen.
Ich habe das Beispiel aufgeschrieben, um zu zeigen, wie man auch anders mit Begegnungen mit Männern umgehen kann. Man muss nicht jeden Ton eines alten Mannes an den Pranger stellen. Was mit einer Falschbeschuldigung angerichtet werden kann, darüber schreibe ich natürlich ebenfalls in meinem Buch. Was aus einer Falsch-Nachricht werden kann, belegt dieser unsägliche Fall, der den Ursprung einfach nachvollziehbar in der Berichterstattung des „Berliner Kurier“ findet:

Ohne weitere Recherche, offensichtlich ohne Kenntnisse des Buchinhaltes, bedienten sich weitere Medien bundesweit, sogar in Österreich der falschen „Berliner Kurier“-Schlagzeile.

Die direkten Folgen: Ein Shitstorm gegen meine Person in den sozialen Medien.
Mögliche Folgen: Durch diese unsaubere journalistische Arbeit könnte auch meine Reputation als Frauenrechtlerin und Autorin Schaden genommen haben.

Nach mehreren Gesprächen musste der „Berliner Kurier“ schließlich am Freitag, 2. März 2018, einlenken:
Die Sexismus-Vorwurf-Schlagzeile wurde online geändert:
Joachim Gauck – Aktivistin bezeichnet ihn als „kleinen Grabscher“

Dies ist zwar nicht nett, allerdings gibt es wenigstens wieder, was ich bei meiner Begegnung mit Herrn Gauck empfunden habe – und dennoch daraus keinen Sexismus-Vorwurf gemacht habe.

Ich habe bewusst nicht von „Lügenpresse“, „Fake News“ geschrieben. Ich denke allerdings, dass es nachvollziehbar ist, wenn Leser, die nicht selten auch vorschnell als „Wutbürger“ verunglimpft werden, mit der Glaubwürdigkeit mancher Medien so ihre Probleme haben.

Nur ein Journalismus, der sich an seiner Sorgfaltspflicht hält, hat die Berechtigung, als Journalismus wahrgenommen und gewürdigt zu werden. Für alles andere gibt es andere Bezeichnungen. Wie wäre es mit: Kampagnen-Journalismus
#sexismus #europaverlag #gauck

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ZANA RAMADANI: PRO & CONTRA GesichtsverhüllungsVerbot

FsH Mitstreiterin Zana Ramadani

Seit 1. Oktober ist in Österreich das “Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz” in Kraft. Ursprünglich als Burka- und Niqabverbot geplant, betrifft es aber auch jene, die sich den Schal zu tief ins Gesicht gezogen haben. Beamtshandelt wurden aber auch Maskottchen, etwa jenes der Demokratiewerkstatt des Parlaments. Zu Gast bei TV Sendung„pro&contra“ Dezember 2018 zieht Zana Ramadani, frischgebackene Mutter und Feministin, in den Kampf für Freiheit, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Frauen.

Hier ihr fb statement an diejenigen, die sich über Ihren Vergleich einer Burka mit einem Müllsack in der Sendung „pro&contra“ empört haben:

FSH_Burkafrauen-Zana_Ramadani-fb“Für die, die meinen Vergleich in der Sendung „pro&contra“ nicht verstanden haben!
Natürlich ist ein Vergleich mit einem Müllsack mehr als hart. Aber verdammt nötig, um den Menschen begreiflich zu machen, was es bedeutet, wenn man eine Entmenschlichung der Frau zulässt!
Wenn man einer Frau die Weiblichkeit nimmt, dann nimmt man ihr die Menschlichkeit. Man nimmt ihr die Würde. Man degradiert sie zum Gegenstand.  Und was tut MANN mit Gegenständen? Er benutzt ES, so wie MANN es will. Und wenn ES benutzt und verbraucht ist – dieser Gegenstand-, dann kann MANN ES einfach wegwerfen. Auf den Müll mit dem beschädigten Gegenstand!
Versteht Ihr jetzt, wieso es so wichtig ist es so hart auszudrücken?
Aber wie soll man Euch Relativierer und Propagandisten das sonst noch erklären?
Jeder, der das auf irgendeine Art und Weise rechtfertigt, entschuldigt, „freiwillig trägt“ etc. macht sich an der Entmenschlichung von millionen von Frauen weltweit mitschuldig!
Ihr relativiert und schützt ein blutbesudeltes Gefängnis!!!!”

ZANA RAMADANI: “Die verschleierte Gefahr: Die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn der Deutschen”

FsH Mitstreiterin Zana Ramadani

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»Der Islam gehört nicht zu Deutschland«, sagt Zana Ramadani. »Muslime gehören zu Deutschland – aber nur, wenn sie sich dieser Gesellschaft anpassen.« Doch das kann nicht gelingen, solange die überkommenen Regeln einer vormodernen Religion auf die heutige westliche Welt angewendet werden und muslimische Mütter frauenfeindliche Werte an ihre Kinder weitergeben. Als Tochter einer muslimischen Einwandererfamilie nennt Zana Ramadani Dinge beim Namen, die sich sonst kaum jemand zu sagen traut: »Die muslimischen Frauen herrschen in der Familie. Ihre Töchter erziehen sie zu willenlosen Lemmingen, ihre Söhne zu verwöhnten Machos – und weil diese Hätschel-Machos damit im Leben scheitern, zu den nächsten Radikalen.« In ihrem Buch plädiert Zana Ramadani für eine offene, schonungslose Auseinandersetzung und macht deutlich: Ohne die muslimischen Mütter kann Integration nicht gelingen. Zana Ramadani ist eine der meinungsstärksten islamkritischen Stimmen Deutschlands. Für die engagierte Menschenrechtsaktivistin ist klar: Ein Islam, der den Koran wortwörtlich nimmt und Regeln aus dem Mittelalter einfordert, der Frauen missachtet und junge Männer radikalisiert, der die westliche Kultur und die hier existierenden Gesetze ablehnt, gehört nicht zu Deutschland. Als Tochter einer muslimischen Einwandererfamilie erlebte auch Zana Ramadani Gewalt und Unterdrückung. Schnell lernte sie: Es sind oft die muslimischen Mütter, die in den Familien herrschen, indem sie die frauenfeindlichen Werte, unter denen sie selbst gelitten haben, an ihre Kinder weitergeben. In ihrem Buch macht Zana Ramadani deutlich, dass die Integration von Muslimen in unsere Gesellschaft nicht gelingen kann, solange muslimische Mütter ihre Söhne zu verwöhnten Machos und ihre Töchter zu Gehorsam und Anpassung erziehen. Gleichzeitig stellt sie klar: Wir müssen aufhören, den politischen Islam und die fortdauernde Diskriminierung der muslimischen Frau als kulturelle Eigenart zu verharmlosen, wenn wir unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung verteidigen wollen.

(III FsH Treffen): VIDEO FsH Pressekonferenz (Protest mit Erfolg gegen Finanzierung von Islamistischen Vereinen / Al-Mustafa-Institut)

28.7.2017
Zum dritten Mal hat sich unsere Initiative von MenschrechtsaktivistInnen, Opfer, Überlebende und Expertinnen F R E I r a u m statt H A R A M k u l t u r am 28.Juli 2017 in Berlin getroffen. Anschliessend gaben wir eine Pressekonferenz:

Nach Protesten distanzierte sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) von dem Workshop des islamistischen Al-Mustafa-Institut und forderte dessen Absage

Netzwerkzusammenarbeit und der beherzte Einsatz einzelner Personen und Gruppen haben sich gelohnt.

Allen dafür herzlichen Dank!

Anbei das Video unserer Pressekonferenz vom 28.7.2017 im Haus der Bundespressekonferenz, Berlin.


Am Tag unserer Pressekonferenz gegen die indirekte Förderung eines Workshops des Al-Mustafa-Instituts durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) distanzierte sich das BMFSFJ von dem Workshop und forderte die Beteiligten zur Absage des Workshops auf. Ein erster Erfolg! Von Seiten des BMFSFJ hieß es, es seien schon im Juni erste Proteste eingegangen. Das Ministerium habe reagiert und die Türkische Gemeinde Deutschland, über die die Finanzierung an die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands e.V. (IGS) und das Al-Mustafa-Institut weitergeleitet wurde, aufgefordert, detailliertere Informationen über das Seminar zum Thema “Islamverständnis zwischen Rationalität und Radikalität” einzureichen. Das sei trotz mehrfacher Aufforderung nicht geschehen, was schließlich zu der Absage geführt habe.

Wir haben zu diesem Zeitpunkt keine Information darüber, ob der Workshop trotzdem stattgefunden hat. Das Al-Mustafa-Institut hat uns die Auskunft hierüber auf telefonische Nachfrage am 28.7.2017 verweigert.

Das BMFJFS hatte die Förderung laut eines Artikels in der BILD von Antje Schippmann über das Programm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ bewilligt. In einem offenen Brief von “Freiraum statt Haramkultur”-Mitbegründerin Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland) an Ministerin Katarina Barley (SPD) forderte Ahadi das BMFSFJ auf, sich aus der Unterstützung des mit 18.000 Euro geförderten dreitägigen Workshops zurückzuziehen. Die gleiche Forderung richteten Stop the Bomb und andere Initiativen, nicht zuletzt auch Frauen iranischer Herkunft, an Frau Barley. Diesem Einsatz ist zu verdanken, dass Katarina Barley selbst schließlich auf die Problematik des Workshops aufmerksam wurde, um dann zügig und im Sinne der Proteste positiv zu reagieren.

Darüber hinaus forderte Ahadi die Einstellung jeglicher Zusammenarbeit mit Organisationen, die eine fundamental-islamische Ideologie vertreten und verbreiten. Eine Kooperation mit Verbänden, die vom iranischen Terror-Regime beeinflusst werden und die für frauenverachtende, undemokratische, homophobe, antisemitische und islamistische Ideologien stehen und diese auch hier bei uns verbreiten, sind nicht nur ein Skandal, sondern auch gefährlich. Denn mit einer Zusammenarbeit verhöhnt die Bundesregierung nicht nur die demokratischen Kräfte im Iran, die sich gegen die Kopftuchpflicht, menschenrechtsverletzende Bräuche und Strafen wie Steinigung auflehnen, sondern verrät durch Empfang von und Kooperation mit iranischen Vertretern auch unsere eigenen demokratischen und humanistischen Werte. Werte, die über Jahrhunderte errungen wurden, und die wir auch wieder verlieren können, wenn wir nicht aufpassen.

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Siehe auch Artikel: Nach BILD-Bericht und Protestwelle Familienministerin streicht Geld für Mullah-Seminar

Frauen für Freiheit: “Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel #2 #SaveDinaAli”

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

leider haben Sie nicht auf unseren ersten Brief vor Ihrer Reise nach Saudi Arabien reagiert. Wir haben uns an Sie gewandt, um Sie auf Dina Ali Lasloom aufmerksam zu machen, und Sie gebeten, sich für Dina Ali einzusetzen.

Dina Ali Lasloom wird mittlerweile seit knapp zwei Monaten in Saudi Arabien festgehalten, nachdem sie auf ihrer Flucht auf einem Flughafen in den Philippinen gekidnappt und mit Klebeband gefesselt zurück nach Saudi Arabien verfrachtet wurde. Der Grund für Dina Alis Flucht liegt im saudischen Vormundschaftsystem über Frauen.

In Saudi Arabien unterstehen Frauen der Vormundschaft eines männlichen Verwandten. Ohne die Erlaubnis des Vormundes dürfen sie nicht studieren, arbeiten oder reisen. Sie dürfen nicht alleine ohne einen Mann im Haus leben. Frauen können nicht entscheiden, ob und wen sie heiraten wollen, sie dürfen keine einzige Entscheidung von Geburt bis Tod für sich selbst treffen. Damit sind saudische Frauen Menschen zweiter Klasse, nicht Bürgerinnen, sondern Gefangene in ihrem eigenen Land.

Auch Dina Ali durfte nicht entscheiden, wen sie heiraten möchte. Ein möglicher Grund für ihre Flucht wird in einer Zwangsheirat vermutet. Wir wissen es nicht, denn seit dem 11. April gibt es kein Lebenszeichen von Dina Ali Lasloom.

Sehr geehrte Frau Merkel, Sie sind am 30. April in Vorbereitung des am 7. und 8. Juli stattfindenden G20 Gipfels nach Saudi Arabien gereist. Dort haben Sie sich mit einer Gruppe privilegierter Geschäftsfrauen getroffen und im Anschluss verkündet: „Ich habe eben ein Gespräch mit einer Gruppe von Frauen geführt, die sehr eindrucksvoll gezeigt haben, wie Frauen hier ihren Beitrag leisten. Das Ziel der Agenda 2030 ist, dass 30 Prozent der Frauen im Jahr 2030 berufstätig sind.“

Auch jetzt arbeiten bereits etliche Frauen in Saudi Arabien, es ist durchaus denkbar, dass bis 2030 ein beträchtlicher Anteil der Führungskräfte Frauen sind. Nur werden diese Frauen nicht allein zur Arbeit fahren können, denn Frauen dürfen in Saudi Arabien kein Auto fahren. Frauen können ihren eigenen Arbeitsvertrag auch nicht unterschreiben, denn sie sind, Führungsposition oder nicht, rechtlich unzurechnungsfähig, Menschen zweiter Klasse, die die Unterschrift eines männlichen Verwandten unter jedem Vertrag brauchen. Trotz der Ankündigung des saudischen Königs, das Vormundschaftssystem zu lockern, so dass Frauen wenigstens medizinische Hilfe ohne die Einwilligung eines Vormundes bekommen, hat sich bisher nichts geändert.

Offenen Brief weiterlesen hier

(I FsH Press) Interne Expertenkonferenz mit anschliessender Pressekonferenz: HARAM: ISLAM und FRAUENRECHTE

Interne Expertenkonferenz mit anschliessender Pressekonferenz
Dienstag, 16.5.2017 Pressegespräch ab 16:30 Uhr

PRESSEEINLADUNG

HARAM: ISLAM und FRAUENRECHTE
Frauenrechte in vom Islam geprägten Kulturen – wie wirkt das islamische Frauenbild auf unsere Gesellschaft?
Leitkultur oder Leid-Kultur?

Menschenrechtsaktivistinnen, Überlebende und Expertinnen verschiedener frauenrechtlich engagierter NGOs führen in Berlin ein internes Fachgespräch zum Thema Frauenrechte in islamisch geprägten Kulturen. Dabei sollen Ideen und Vorschläge entwickelt werden, wie angesichts der vielen nach Deutschland Gekommenen mit dem hoch brisanten Thema verantwortlich und menschenrechtlich umgegangen werden kann. Im Anschluss werden einige TeilnehmerInnen ihre Positionen und gemeinsame Ergebnisse der Fachtagung Medienvertretern vorstellen.

Zum Hintergrund. Dina Ali Lasloom wurde auf ihrer Flucht vor Zwangsverheiratung bei einem Zwischenstopp auf den Philippinen der Transit verweigert und sie wurde von dort gegen ihren Willen an Saudi Arabien ausgeliefert, wo ihr der Tod droht. Der Fall hat international für Schlagzeilen gesorgt, trotzdem wurde wenig für Dina Alis Rettung unternommen. Dina Alis Schicksal war für uns der Anlass, grundsätzliche Fragen zu stellen. Frauen werden entführt, gefangen genommen, versklavt, von der eigenen Familie missbraucht, genital verstümmelt, der Ehre wegen ermordet… und der Aufschrei bleibt in Deutschland aus. Wen interessieren die Gefahren, denen Frauen ausgesetzt sind?
Haram ist das neue Jugend-Modewort in Europa, und haram ist ein Verdikt, das für Frauen tödlich sein kann. Wir wollen auf die Gefahren für Frauen aus islamischen Ländern und Kulturkreisen aufmerksam machen und auch die Auswirkungen islamischer Ideologien auf Europa diskutieren.

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Nach der Pressekonferenz mit einigen Teilnehmern. Von links: Nuray Sahin, Henryk M. Broder, Zana Ramadani, Mina Ahadi, Rebecca Sommer.

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Rebecca Schönenbach:”Für Frauen Faust- statt Menschenrecht”

Von FsH Mitstreiterin Rebecca Schönenbach
In islamischen Ländern kämpfen Frauen um ihre Freiheit. Iranische Frauen zeigen sich unverschleiert in sozialen Netzwerken, ein hohes Risiko in einem Land, in dem der Kopftuchzwang rigoros durchgesetzt wird. In den letzten Wochen haben sie Unterstützung von mutigen Männern erhalten, die sich ihrerseits mit Kopftuch an der Seite ihrer unverschleierten Frauen zeigen, um gegen die Zwangsverhüllung zu protestieren. Diese Menschen riskieren Haft, um Freiheit einzufordern.

Wie auch die Frauen und Männer in Saudi Arabien, die gegen das saudische Mündelsystem für Frauen protestieren. Tausende versuchen mit der Kampagne #TogetherToEndMaleGuardianship internationale Aufmerksamkeit auf die Entrechtung zu lenken. Saudische Frauen sind unter die Vormundschaft eines männlichen Verwandten gestellt, wenn es keine Verwandten gibt, übernimmt meist die lokale Moschee die Vormundschaft. Frauen dürfen ohne deren Erlaubnis weder eine Arbeit ergreifen, heiraten, noch reisen, von Geburt bis zum Tod dürfen sie keine relevante Entscheidung über ihr eigenes Leben selbst treffen. Auch gegen die übliche Vollverschleierung begehren Saudis auf. Der ehemalige Vorsteher der gefürchteten religiösen Polizei Saudi Arabiens in Mekka trat mit seiner Frau in einer Fernsehsendung auf. Sie zeigte ihr Gesicht, er erklärte, dass Frauen nicht verpflichtet seien, den Gesichtsschleier zu tragen und im Übrigen auch Auto fahren sollten. Er verlor seinen Job und bekam Todesdrohungen. Dennoch stehen Jawahir und Ahmed Qassim al-Ghamdi öffentlich zu ihren Überzeugungen. . . . .

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